"HNAS / Hitachi Storage Expertise - Datenwiederherstellung nach Cyberangriff"
Diese Projektanfrage ist für mich typisch für eine Reihe von Anfragen aus den letzten Monaten:
Obwohl hier eine Person mit sehr spezifischem Know-how gesucht wird, ist die Anfrage irgendwie unpräzise und handwerklich nicht gut gemacht.
Das fängt mit Kleinigkeiten an:
- Lagerverwaltung ist als Schlüsselbegriff erwähnt, aber im weiteren Text nicht vorhanden.
- Dann wird kein Experte (m/w/d) gesucht, sondern Expertise, diese aber dann auch m/w/d.
- Das was als Ihre Qualifikationen genannt ist, ist eine Beschreibung der Umgebung bzw. der Situation. Die Angaben zum Hitachi Storage-System inkl. Firmware kann man natürlich als Anforderung verstehen, dass man diese Firmware-Version kennen muss. Spätestens bei Status und Zugriff ist man aber bei einer Beschreibung der aktuellen Situation.
Der Starttermin ist in 14 Tagen, scheinbar ist das Thema also nicht wirklich dringend. Man wundert sich etwas, das kann aber natürlich sehr unterschiedliche Gründe haben, inkl. der Wiederherstellung von anderen, potentiell kritischeren Systemen.
Die eigentliche Frage ist aber: Was soll man eigentlich genau machen?

Im Titel wird Datenwiederherstellung nach Cyberangriff genannt. Unter Ihre Aufgaben steht aber, dass man ein verschlüsseltes Datenvolumen (wahrscheinlich eher gemeint: Volume) sichert. Verschlüsselt meint hier wahrscheinlich nach einem Angriff mit einer Ransomware von dieser verschlüsselt, explizit benannt wird das nicht.
Auch die Angabe, dass die Lösung mit der bestehenden Hitachi-LTO-Umgebung kompatibel sein muss, klingt seltsam: gibt es jetzt schon ein existierendes Backup auf eine existierende Umgebung? Oder muss das auf diesem System neu implementiert werden?
Insgesamt kann man grob ahnen, was die Aufgabe ist und wahrscheinlich werden sich einfach alle Personen, die Erfahrungen im Umfeld der genannten Hitachi-Systeme haben, bewerben und alles wird in geordnete Bahnen kommen.
Aber irgendwie bleibt der Gedanke, dass etwas mehr Präzision bei der Erstellung dieser Anfrage diese stark aufgewertet hätte ... Und genau das ist es was mich seit Monaten so stört: Es gibt am Markt wenige Projektanfragen. Es kann also nicht sein, dass die Recruiter völlig überfordert sind damit, tausende von Anfragen überhaupt zu formulieren und auf den unterschiedlichen Plattformen zu erfassen.
Hier wartet eine Organisation darauf, dass eine Person mit der entsprechenden Expertise Hilfe nach einem Cyberangriff leistet. Dabei muss sehr präzise und sehr sorgfältig gearbeitet werden. Es wäre irgendwie schön, wenn auch die Anfrage nach einer solchen Person Präzision und Sorgfalt erkennen ließe...


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